Limited – „director“ Haftung bei Insolvenzverschleppung

Director einer englischen Limited, die in Deutschland überwiegend tätig ist, haftet bei Insolvenz nach deutschem Recht.

Immer häufiger wählen Existenzgründer die Rechtsform einer britischen Limited. Die Gesellschaftsform ist gegenüber der deutschen GmbH in vielen Punkten überlegen. Vor allem das niedrige Startkapital für die Gründung lockt viele Unternehmer. Die Limited hat aber nicht nur Vorteile. Dies wird durch ein aktuelles Urteil vom Landgericht Kiel erkennbar.

Der „director“ einer Limited wird nicht vor einer persönlichen Haftung bei einer Insolvenzverschleppung geschützt. Das Landgericht führte aus, dass bei einer Limited die nur oder überwiegend in Deutschland tätig ist auch deutsches Recht angewendet wird.
Aufgrund der Europäischen Insolvenzverordnung sind die Regelungen zur Insolvenzverschleppung des GmbH-Gesetzes für in Deutschland ansässige Limiteds anzuwenden. Der „director“ einer englischen Limited haftet somit im Fall der Insolvenzverschleppung mit seinem persönlichen Vermögen.
Hier wird ein großer Nachteil erkennbar. Aufgrund der sehr niedrigen Kapitalisierung der Gesellschaft tritt eine Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit sehr schnell ein. Landgericht Kiel, Urteil v. 20.04.2006, 10 S 44/05

Praxis-Tipp:

Gründer einer Limited sollten beachten, dass schon bei geringfügigen Verzug der Zahlungsfähigkeit die Regelungen zur Insolvenzverschleppung schnell zur Anwendung kommen.