Strom ab Januar 2009 wieder teurer

Ab Januar kommenden Jahres werden wieder etliche Stromkunden mit Preiserhöhungen konfrontiert, denn gut 100 Stromversorger wollen zum genannten Datum ihre Preise anziehen.

Seit 20. November kündigen erste Anbieter Preiserhöhungen an. Aber auch andere werden dann ebenfalls ihre Versorgungspreise angleichen. Thorsten Bohg, Vergleichsportal toptarif.de dazu: „Wir rechnen damit, dass insgesamt etwa 300 bis 400 Grundversorger in den ersten Monaten des kommenden Jahres ihre Preise um durchschnittlich 8,5 Prozent anheben werden“

Schon jetzt gibt es mehr als 19 bekannte Stromanbieter, die sogar eine Preiserhöhung von über zehn Prozent durchsetzen wollen. Die höchsten Erhöhungen treffen dabei die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Eine Durchschnittsfamilie würde dann etwa 70,- bis 80,- EUR Mehrausgaben haben.

Bogh weiter: „Zusammen mit den aktuellen Gaspreiserhöhungen im November und Dezember werden betroffene Haushalte in diesem Winter etwa 15 bis 20 Prozent mehr für ihre Energie bezahlen müssen“.

Mit einer Frist von sechs Wochen müssen die Stromversorger Preiserhöhungen ankündigen. Dagmar Ginzel von Verivox ergänzt noch hierzu: „Die Versorger schrauben die Preise um bis zu einem Fünftel nach oben. Die großen vier E.on, RWE, Vattenfall und EnBW dürften mit einem oder zwei Monaten Abstand folgen.“ Es ist kein Stromanbieter bekannt, der Preissenkungen vornimmt.

In Zeiten der Finanzkrise und der stetig sinkenden Ölpreise sollten dies eigentlich auch die Preise u. a. für Strom günstiger werden lassen. Allerdings scheint das nur bei einem Ansteigen des Ölpreises zu funktionieren. Peter Lassek, Verbraucherzentrale Hessen, kritisiert: „Wenn der Ölpreis steigt, argumentieren die Versorger stets mit höheren Bezugskosten und schrauben die Endverbraucherpreise für Energie nach oben. Wenn der Ölpreis sinkt, ist von Bezugskosten nicht mehr die Rede“.

Von den Gasversorgern wird in diesen Fällen immer argumentiert, dass Preisanpassungen mit einer sechsmonatigen Verzögerung an den Kunden weitergegeben werden. Insofern sei auch die jetzige Erhöhung des Gaspreises ein Grund für den hohen Ölpreis im Sommer. Lassek weiter: „Mit spürbaren Tarifsenkungen ist erst nach dem Ende der Heizperiode zu rechnen. Verbraucher können sich gegen Preiserhöhungen, die sie für ungerechtfertigt halten, wehren.“

Man kann gegen eine Preiserhöhung Widerspruch bei seinem Versorger einlegen. Auch können die Mehrkosten bei den Zahlungen entsprechend herausgerechnet werden. „Viele Konzerne lassen Kunden das durchgehen. Sie haben viel zu viel Angst, bei einem möglichen Streit vor Gericht ihre Tarifkalkulation offenlegen zu müssen.“

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