Preiserhöhungen – Wie Firmen den Verbraucher täuschen

In Zeiten der Wirtschaftskrise sinken auch die Gewinne für die Unternehmen. Preiserhöhungen sind kaum durchsetzbar, so dass die Unternehmen gern einfach die Inhaltsmengen reduzieren.

Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg, sagt: „Die Zahl der Tricksereien hat in letzter Zeit mit Sicherheit zugenommen“. So werden beispielweise bei Marmelade anstatt 225 nur noch 200 Gramm Gläser verkauft, bei Aluminiumfolie wird gleich auf 10 Meter (vorher 20) reduziert und in einer Packung Staubsaugerbeutel sind dann nur noch vier Beutel in der Verpackung, anstatt fünf.

Aber nicht nur im Einzelhandel wird gemogelt. Auch die Geldinstitute sind da kreativ. Die DAB Bank hat ihre Gebühren für ein Depot, auf das auch vermögenswirksame Leistungen für einen Fondsparplan eingehen, seit 1. Januar auf satte 32,- EUR jährlich angehoben. Zuvor waren es 12,- EUR. Verärgerte Kunden können ihre Depots nun leider nicht so einfach auflösen. Sie sind sieben Jahre hieran gebunden, wenn sie denn nicht die Förderungssumme wieder zurückzahlen wollen.

Auch Immobilienfirmen haben es derzeit schwer. Besonders trifft dies hier auf Wohnungsunternehmen zu. Die Gagfah beispielsweise hat selbst bei jenen Mietern, die aus ihrer Betriebskostenabrechnung Beträge zurückerhielten, die Nebenkosten angehoben. Der Mieter wird dann zwar auch im kommenden Jahr zuviel gezahlte Betriebskosten gutgeschrieben bekommen, trotzdem kann das Wohnungsunternehmen ein Jahr lang das wissentlich zuviel erhaltene Geld anderweitig verwenden.

Mit der am 11. April geltenden Änderung der Fertigverpackungsverordnung wird es den Unternehmen dann noch leichter gemacht. Evelyn Kessler, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, dazu: „Und dann wird es für die Kunden noch viel schwerer die Preise zu vergleichen“.

Bei der bis jetzt noch geltenden Verordnung ist festgelegt, in welchen Verpackungsgrößen einzelne Waren angeboten werden dürfen. Wenn diese dann ab 11. April hinfällig wird, werden sicherlich viele Unternehmen ihre Packungsgrößen ändern.

Einzige Möglichkeit eines Preisvergleiches für den Kunden ist dann, die Grundpreisangaben zu vergleichen. Dieser muss nach wie vor bei Lebensmitteln ausgewiesen werden.

5 Kommentare zu “Preiserhöhungen – Wie Firmen den Verbraucher täuschen”

  1. Was lernen wir daraus? Nur noch mit Lesebrille und Taschenrechner zum Einkaufen gehen – damit uns das Kleingedruckte nicht durch die Lappen geht und wir mittels Dreisatz die Preise vergleichen können!
    CU Biggi

  2. Mir war das vor einer weile schon in den drogerien aufgefallen, vermeintlich „neue“ Angebote, d.h. die verpackung war neu, waren nun viel kleiner… bin schon eine ganze weile aufmerksam und hab schon so einige fakes entdeckt, das gesetz erleichtert die ganze sache natürlich… tss

  3. Das geht ja schon eine ganze Weile so. Nachdem man mit der EuroUmstellung weitestgehend 1:1 umgetauscht hat, brauch man nun eine neue Strategie die Renditen zu erhöhen. Als Verbraucher erlebt man eine Enttäuschung nach der anderen. Der Gesetzgeber hätte schon längst mit der Erweiterung/ Überarbeitung des Verbraucherschutzgesetzes beginnen müssen…

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