Die Geldanlage 2010: Überschattet vom Zeitgeist
Die Wirtschaftskrise bringt zur Verzweiflung – nicht nur den allgemeinen Verbraucher, den Schuldnerberater, sondern auch, im Besonderen: den Anleger. Tagesgeld und Festgeld sind mit geringeren Zinsen dotiert, Wertpapiere teilweise so hoch angesiedelt, dass man misstrauisch zu werden vermag und auf den nächsten Absturz wartet. Aber wie, wenn nicht so, kann man gewinnen?
Eigentlich sah es im Jahre 2009 bei Aktien gut aus. Die im DAX aufgeführten Papiere stiegen um 24 Prozent während des Jahres. Anleihen lohnten sich. Gold wie Silber hielten, was sie versprachen – nämlich Renditen, die erfreuten. Dies mag auch weiterhin – auch und gerade für 2010 – zu einem Optimismus führen. So deutet zumindest eine Umfrage der Forsa an.
Doch entgegen der Mehrheit, die mit Kursen rechnet, die steigen, warnen Experten: Die Ereigniswahrscheinlichkeit deutet eher auf Rückschläge an (auf gewaltige sogar) und hoffen, dass ein Verbraucher nicht jedem Versprechen nachgibt, das die Branche ihm macht.
Wie stets und ungeachtet des tatsächlichen Zinssatzes, kombiniert das Modell des “Tagesgelds” die sichere Anlage mit der sofortigen Verfügbarkeit. Jedoch Voraussagen, wie dies einzuschätzen wäre, wagt niemand, der seriöses im Schilde seiner Branche führt: Ob die Zinsen für Tagesgeld im Juli oder Dezember 2010 so steigen könnten, “dass es sich lohne”, weiß niemand – nicht einmal Finanzexperten.
Unklar bleibt es: Bei dem Bild, das die Konjunktur inzwischen bietet – bei den rekordtiefen Zahlen, die von Leitzinsen vermittelt werden, erkennt der Anleger keine klare Richtung. Er kann “aus dem Bauch” entscheiden, überhaupt nicht anlegen oder Sachwerte (Grundstücke, Immobilien, Rohstoffe) in Erwägung ziehen. Letztere bilden bereits seit Langem die solide Alternative zu Aktienvermögen, die sich nur als konservativ oder klassisch tarnten, tatsächlich jedoch mehr als alarmierend dem unregelmäßigen Lauf der Wirtschaft folgten. Oder – und dies bleibt jedem Sparer ebenfalls unbenommen – möge dieser Barvermögen horten. Ebenso als Maßnahme für schlechtere (Lebens-)Zeiten als auch für bessere (Anlege-)Zeiten.
(Quelle)
