Vom Internet Explorer wird abgeraten – von China auch

Der Internetnutzer konnte erschrocken die Meldungen verfolgen: Das globale Internet ist bedroht von Ländern, die ihre eigene Regeln im Netz behaupten möchten – und dies ohne Google.

Die Rede ist von China, deren Internetbeauftragte vermutlich ein kritisches Sicherheitsleck im Internet Explorer ausnutzten, um insgesamt 20 Hackerattacken zu verüben. „Vermutlich“ deshalb, weil – wie üblich – keine Verwicklung von offiziellen Organen der chinesischen Regierung zugegeben wird. Dies wird umso brisanter, wenn entsprechende Angriffe gezielt, professionell und effizient auf Webseitenbereiche gerichtet waren, die der Google-Konzern für die Bewerbung von Menschenrechtsorganisationen und ihren Aktivitäten zur Verfügung gestellt hatte.

Doch in Deutschland ist dieselbe Information andersherum amtlich: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte den Verbraucher davor, sich zukünftig auf den Internet Explorer zu stützen – die Möglichkeit, Schadcodes auf jeden beliebigen Rechner zu schleusen, besteht und ist bei diesem Browser noch nicht abgeschaltet. Bisher bestätigtes Opfer ist Adobe Systems, der bisherige Schaden hält sich in Grenzen. Doch wie geht es weiter? Jedenfalls nicht mit einer prompten Fehlerbehebung. Es sind die IE-Versionen 6, 7, 8 für XP, Windows 7 und Vista, die hier zur Debatte stehen.

Die Analysearbeiten sind im Gange: Microsoft arbeitet hier auch mit Google an der Schadensbegrenzung. Festgestellt wurde in jedem Fall, dass eine solche Attacke nicht aus Privatkreisen hätte kommen können: nur Regierungskreise weisen ein ähnliches Profil auf. Dennoch ist nicht vorherzusehen, dass Microsoft sich aus China zurückzieht: Es sei gewöhnliches Tagesgeschäft, so verlautete es aus dem Konzern, sich mit Angriffen aller Art auseinanderzusetzen.

Google teilte vor wenigen Tagen mit, man sei nicht gewillt, sich an inhumanen Vorschriften zur Internetnutzung zu orientieren – und wenn es sich selbst um Webauftritte in China handelt, eines Landes, welches darauf beharrt, dass jeder, der als Anbieter dort das Internet nutzt, nicht westliche Werte repräsentieren dürfe.

http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:chinesischer-angriff-auf-google-warnung-vor-sicherheitsluecke-in-microsofts-browser/50060736.html

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