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Der Betrug mit dem Bargeld

23 Februar 2010

120 m², Dielenboden, luxuriöse Badewanne. Wohnungssuche auf Immobilienscout24 in Deutschland. Warmmiete: 750,– Euro. Zentrale Lage, Eberhardstraße, mitten in Stuttgart.

Interessiert ruft man dort an, im Wissen darüber, sich auf einer seriösen Wohnungsvermittlungsplattform zu befinden. Denn der Preis klingt machbar. Und tatsächlich: Der Angerufene befinde sich bereits in London – wie mache man es denn jetzt mit der Wohnungsübergabe? Doch, eine Lösung gäbe es. Wie wäre es denn, so fragt er den Wohnungsinteressenten, wenn dieser eine Summe Bargeld bei einer Firma (rent.com) hinterlegt. Sei dies geschehen, würde man den Wohnungsschlüssel zugesandt bekommen und alles ginge seinen geordneten Gang. Gute Idee, so dachten sich bisher 23 Stuttgarter seit November 2009. Und sie bekamen keinen Schlüssel, geschweige denn ihr Geld zurück. Es sind dies Beträge im Bereich von 600 bis 1.500 Euro, die auf diese Weise ihren Besitzer wechseln. Ohne Gegenleistung. Und genau das ist der gemeinsame Nenner.

Die Internetseiten sind meist seriös oder haben einen solchen Anstrich. Die Angebote sind meistens günstig. Gebrauchtwagen können dies sein, wie erwähnt, Wohnungen – aber auch das Ersuchen afrikanischer Händler, die darum bitten, das Konto eines Deutschen für eine wichtige Transaktion nutzen zu dürfen, wenn dieser vorher Bargeld zahle (das er, so das Versprechen, hinterher wiederbekomme). Auch weiß die Stuttgarter Polizei von der Bitte, der andere Opfer tatsächlich nachkamen: Man möge nach Amsterdam reisen, um für einen bestimmten Kurs Euros in Franken zu wechseln. Die Franken waren Falschgeld.

Es geht um Vertrauen. Genauer: Vertrauen einflößende Strategien. Dem deutschen Geprellten kamen allesamt Gegenüber entgegen, die sich zu benehmen wussten. Die von Tragik, Hektik, unglücklichen Verwicklungen erzählten, für die man doch in unseren Zeiten selber keine Schuld trüge. Die Warnung jedoch an den Kunden laute stets: Auf Bargeld steht kein Name. Das zu missachten, wäre hier tatsächliche Schuld – an sich selbst.

(Quelle)


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