Sinkender Garantiezins für Kapitallebensversicherungen
Wer im kommenden Jahr einen neuen Vertrag für eine Kapitallebensversicherung abschließt, erhält nur geringere Zinsen, als ein Inhaber bereits bestehender Verträge. Das ist darin begründet, weil der zurzeit bestehende Garantiezins von 2,25 Prozent dann auf 1,75 Prozent sinken wird.
Diese Zinssenkung war schon vor einem halben Jahr erwartet worden. Am 23. Februar wurde die Garantiezinssenkung mit Wirkung vom 01. Januar 2012 bestätigt. Verbraucher sollten deshalb gut überlegen, ob sie so eine Versicherung abschließen wollen.
Thorsten Rudnik, Bund der Versicherten (BdV) aus Henstedt-Ulzburg (Hamburg), bewertet die üblichen Kapitallebensversicherungen als „unrentabel und intransparent“. Er rät vielmehr, einen Riester-Vertrag abzuschließen oder aber auch eine betriebliche Altersvorsorge in Erwägung zu ziehen.
Der BdV erwartet eine „Jahresendrally“ in diesem Jahr, weil sicherlich Kunden noch zum Vertragabschluss für eine Lebensversicherung gedrängt werden. Rudnik empfiehlt, sich hiervon nicht beeindrucken zu lassen. „Eine klassische Lebensversicherung lohnt sich schon jetzt nicht mehr.“ Oftmals liegt die endgültige Rendite nur bei ca. 1,0 Prozent und darunter. Darüber hinaus ist für einen Kunden nicht zu ermitteln, wie viel von seinem Geld nun wirklich angelegt worden ist. Laut Rudnik legen gute Versicherungen 90 Prozent des Sparbetrages an, weniger gute nur etwa 70 Prozent. Bei einer Sparsumme von 100,- EUR ist einfach errechenbar, wie viel bei einer Anlage von nur 70 Prozent an Rendite herauskommen.
Allerdings sollten Vertragsinhaber ihre Verträge auch beibehalten. Verluste sind unvermeidbar, wenn diese vorzeitig beendet werden. Besteht ein Vertrag schon vor 2004, kommen noch steuerliche Vergünstigungen hinzu (ausgezahlter Lebensversicherungsbetrag braucht nicht versteuert werden). Allerdings müssen die Verträge dann aber auch 12 Jahre geführt und mindestens über eine Dauer von fünf Jahren Beiträge eingezahlt worden sein.
(Quelle)
