Kindergeldanspruch endet nicht mit Exmatrikulationsantrag

Wenn Kinder ihr Studium abbrechen, endet der Kindergeldanspruch nicht mit dem Exmatrikulationsantrag, sondern mit dem tatsächlichen Ende des Studiums.
Eine Familienkasse wurde vom Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur Weiterzahlung des Kindergeldes bis zum Ende des Semesters in dem die Exmatrikulation beantragt wurde, verurteilt.

Im vorliegenden Fall hatte der Sohn der Klägerin sein Studium an der Universität abgebrochen. Bereits für März strich die Familienkasse nun das Kindergeld, obwohl die Klägerin mitgeteilt hat, ihr Sohn habe bis zum 31. März studiert und arbeitet seit 1. April.
Da der Sohn den Exmatrikulationsantrag bereits Mitte Februar stellte, war der Familienkasse klar, dass er das Studium nicht beenden möchte.
Das ließen die Richter nicht gelten. Ein Kind sei so lange in der Berufsausbildung, wie es Seminare, Vorlesungen oder andere Studienveranstaltungen besucht, also ein Ausbildungsabschnitt tatsächlich absolviert wird.
Nach Ansicht der Richter sei die Vermutung der Familienkasse, dass nach Beantragung der Exmatrikulation kein Besuch der Lehrveranstaltungen mehr stattfinde, keine ausreichende Begründung für die Einstellung der Kindergeldzahlungen.
(FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 8. Februar 2007, AZ: 2 K 2214/05)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.