Versicherungs- und Vorsorgekosten richtig von Steuern absetzen

Seit 2005 gibt es eine Neuregelung zur Absetzbarkeit von Vorsorgekosten für Altersvorsorgeaufwendungen und andere Vorsorgeaufwendungen.  Allerdings verschenken viele Steuerzahler bedingt durch Unsicherheit oder Unkenntnis dieser Regelung viel Geld.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Kosten für landwirtschaftliche Alterskassen, berufsständische Versorgungseinrichtungen und Rürup-Rentenversicherungen gehören zur Gruppe der Altersvorsorgeaufwendungen. Steuerlich absetzbar sind davon 62 % der Aufwendungen, allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 12.400,- EUR bzw. bei Zusammenveranlagung von Ehegatten 24.800,- EUR.

Da der Abzugsbetrag bei Angestellten um den vollen Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung  gekürzt wird, können diese viel weniger steuerlich absetzen. Bei einer Gesamtzahlung (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) von beispielweise jährlich 6.000,- EUR in die gesetzliche Rentenversicherung können nur 720,- EUR abgesetzt werden, da von den absetzbaren 62 % (3.720,- EUR) der hälftige Anteil des Arbeitgebers in Höhe von 3.000,- EUR abgezogen wird. Dies entspricht somit lediglich einem absetzbaren Anteil von lediglich 12 %. Da der  jährliche Prozentsatz aber bis zum Jahr 2025 um jährlich um 2 Prozent angehoben wird, erhöht sich damit auch der tatsächlich absetzbare Höchstbetrag.

Private und gesetzliche Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen und Kosten für alle Kapitalversicherungen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen worden sind, gehören zu den „anderen Vorsorgeaufwendungen“. Der absetzbare  Betrag von 1.500,- EUR (Selbständige durch alleinige Zahlung in Krankenversicherung 2.400,- EUR)  wird allerdings meist durch die Beträge zur Krankenversicherung schon erreicht. Dadurch wirken sich meist Kosten für Versicherungen nicht mehr steuerlich günstig aus. Ebenso gehen steuerliche Vorteile aus alten Kapitalversicherungen verloren.

Um hier Abhilfe zu schaffen, hat der Gesetzgeber bis zum Jahr 2019 eine Günstigerprüfung vorgesehen. Dies bedeutet, dass das jeweilige Finanzamt zu Gunsten des Steuerzahlers prüft, ob die alte Regelung vor der Rentenreform günstiger war. Damit gehen auch für die Selbständigen die Steuervorteile aus alten Renten- und Lebensversicherungen nicht verloren. Zusätzlich werden Beiträge zur Rürup-Rente mit 62 % (Stand 2006) anerkannt.

Eine gesonderte Förderung erhalten Beiträge zur Riester-Rente. Einerseits gibt es Zulagen, andererseits ist eine steuerliche Absetzbarkeit als Sonderausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 1.575,- EUR möglich. Besserverdiener erhalten so weitere Steuervergünstigungen. Allerdings steht das nur dem unmittelbar Anspruchsberechtigten zu, was z. B. für Ehepartner mit einem Selbständigen und einem unmittelbar Berechtigten bedeutet, dass sich dieser Höchstbetrag nicht verdoppelt. Allerdings kann bei gemeinsamer Veranlagung der Höchstbetrag des Ehepartners mit ausgeschöpft werden, wenn dessen Beiträge inklusive der Zulagen niedriger als die 1.575,- EUR sind.

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