Doppelte Haushaltsführung auch ohne Ehe möglich

Nichteheliche Lebensgemeinschaften haben nur selten die Möglichkeit, mit einer doppelten Haushaltsführung Steuern zu sparen. Leichter haben es Neuverheiratete. Bei ihnen wird eine solche doppelte Haushaltsführung angenommen, wenn beide an unterschiedlichen Orten wohnen und mit der Heirat das frisch getraute Ehepaar eine der beiden Wohnungen zur Familienwohnung macht.

Der Schutz der Ehe gebiete eine solche Regelung, so die gängige Meinung in der Rechtsprechung.

Bei einer doppelten Haushaltsführung von nichtehelichen Lebensgemeinschaften haben diese kaum die Chance Steuern zu sparen. Anders wird dies bei Neuverheirateten betrachtet. Eine doppelte Haushaltführung wird von den Finanzämtern akzeptiert, wenn beide unterschiedliche Wohnorte haben und mit der Eheschließung eine der beiden Wohnsitze zur Familienwohnung wird. Die Rechtssprechung sagt, dass der Schutz der Ehe eine solche Regelung zulässt.

Laut Bundesfinanzhof ist diese Regelung nicht auf nichteheliche Lebensgemeinschaften zu übertragen. Es lässt aber die Ausnahme zu, dass eine doppelte Haushaltsführung möglich ist, wenn eine Wohnung zur Familienwohnung gemacht wird, wenn ein Kind zur Welt kommt. Der verfassungsrechtliche Schutz gilt nicht nur für die Ehe, sondern auch für die Familien. Somit gilt dies auch für unverheiratete Eltern. (AZ: VI R 31/05)

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