Wann Umzugskosten von der Steuer absetzbar sind

Ist ein Umzug aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt nötig, können diese Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Dies betrifft auch einen Wohnungswechsel innerhalb des gleichen Wohnortes, wenn sich dadurch die tägliche Fahrtzeit zwischen Wohnung und Arbeitsstelle um mindestens 60 Minuten verkürzt.

Kann dieses Zeitersparnis nicht voll erreicht werden, gibt es einige Ausnahmefälle, in welchen auch durchaus 30 und 40 Minuten anerkannt wurden. So beispielsweise gemäß dem BFH-Beschluss zum Aktenzeichen VI B 123/95, wenn durch den Wohnungswechsel die Arbeitsstelle auch auf dem Fußweg statt mit dem Auto erreicht werden kann. Bei einem Wohnungswechsel bedingt durch eine Ehescheidung/Trennung sind die Kosten als solche nicht absetzbar. Geltend können aber die Speditionskosten als haushaltsnahe Dienstleistung gemacht werden (bis 3.000,- EUR sind 20 Prozent absetzbar). Unablässlich ist aber, dass die Speditionskosten durch Vorlage der entsprechenden Rechnung und des Zahlungsnachweises durch Kontoauszug belegt werden können.

Andererseits sind auch Kosten nach einer Trennung absetzbar, wenn der daraus folgende Wohnungswechsel ebenfalls eine näher an der Arbeitsstelle liegende Wohnung ergibt.

Liegen gesundheitliche Gründe für einen Umzug vor, können diese Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, wenn der Nachweis durch ein amtsärztliches Attest belegt werden kann. Jedoch gibt es hierbei gehäuft Probleme bei der Anerkennung durch die Finanzämter, so dass eine Beratung vor dem geplanten Umzug durch einen Steuerberater zu empfehlen ist.

Ähnliches gilt auch für Menschen, die auf Grund einer Behinderung beispielsweise in eine behindertengerechte Wohnung umziehen müssen. Die Finanzämter argumentieren in diesen Fällen gern, dass die Umzugskosten mit dem Behinderten-Pauschalbetrag abgegolten wären. Dieser Begründung hat allerdings der Bundesfinanzhof (Az.: BStBl. 1988 II S. 275) widersprochen.

Im Bundesumzugskostengesetz sind die absetzbaren Umzugskosten in den Paragrafen 6 bis 10 aufgeführt (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bukg/gesamt.pdf). Da allerdings nicht alle dort aufgeführten Aufwendungen steuermindernd anerkannt werden bzw. über dieses Gesetz hinaus weitere Kosten absetzbar sind, sollten möglichst so viele Kosten wie möglich geltend gemacht werden, die mit dem Wohnungswechsel in Verbindung stehen.

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