Doppelte Haushaltsführung bei gleichzeitiger Beschäftigung am Hauptwohnsitz

Als Werbungskosten gelten auch Mehraufwendungen für aus beruflich bedingtem Anlass geführte doppelte Haushalte. Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 24.05.2207 (VI R 47/03) auch das Vorliegen dieser Voraussetzung angenommen, wenn ein Arbeitnehmer am Ort der Zweitwohnung auch am Ort seiner Hauptwohnung beschäftigt ist.

Die erforderliche Aufspaltung der einheitlichen Haushaltsführung für die doppelte Haushaltsführung ist demnach auch dann gegeben, wenn der Arbeitnehmer auch am Ort seiner zweiten Arbeitsstelle für die dortigen Arbeitseinsätze eine zweite Wohnung unterhält. Somit sind Abzüge von Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung nicht nur für jene möglich, die ausschließlich außerhalb des Ortes der Hauptwohnung beruflich tätig sind.

In diesem Streitfall war der Kläger ein wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Abgeordneten hatte er dienstliche Verpflichtungen im Wahlkreis des Abgeordneten in Berlin als auch am damaligen Sitz des Bundestages in Bonn. Der Kläger unterhielt neben seinem Hauptwohnsitz in Berlin auch eine Wohnung in Bonn, deren Kosten er steuerlich mindernd als Werbungskosten geltend machen wollte.

Der BFH (als zweite Instanz) erkannte die Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung des Klägers als Werbungskosten an, da diese unvermeidlich waren. Der Kläger hätte sie nicht durch Verlegung seines Hausstands an den Beschäftigungsort vermeiden können.[tags]doppelte haushaltsführung, steuern[/tags]