Eigenheimzulage für Auslandsimmobilien – neue Hoffnung

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, AZ C-104/06, Vertragsverletzungsgefahren, AZ C-152/05 besagt, dass in dem Fall, das bis 31.12.2005 ein Kaufvertrage über ein Eigenheim unterzeichnet oder bis zu diesem Zeitpunkt ein Bauantrag bei der Gemeinde gestellt wurde, das Finanzamt die Eigenheimzulage ab Bezugsfertigkeit und tatsächlichem Bezug für die nächsten acht Jahre bezahlen muss. Dies gilt allerdings nur für Eigenheime in Deutschland.

Für im Ausland befindliche Eigenheime verweigerte die deutsche Finanzverwaltung bis jetzt die Zahlung der achtjährigen Zulage. Allerdings besteht die Möglichkeit einer nachträglichen Vergünstigung beim Kauf eines Eigenheimes in einem Mitgliedsstaat der EU. In einem Fall beurteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofes in Schweden eine Regel, die besagt, dass die Steuerstundung für den Veräußerungsgewinn eines privaten Wohnhauses vom Standort in Schweden abhängt als nicht haltbar.

Vermutlich hat dieses Urteil auch Auswirkung auf Deutschland. Hierdurch könnte auf das eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren eingewirkt werden. Hat jemand in einem Mitgliedsstaat der EU also bis spätestens 21. Dezember 2005 ein Eigenheim gekauft oder bis zu dieser Zeit einen Bauantrag gestellt, ist es sinnvoll, einen Antrag auf Eigenheimzulage zu stellen. Wenn das Finanzamt ablehnt, wovon nach derzeitigem Recht auszugehen ist, müsste gegen die Ablehnung Einspruch erhoben und auf das laufende Vertragsverletzungsverfahren hingewiesen werden. Außerdem sollte ein Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens bis zur Klärung der Sachlage durch den Europäischen Gerichtshof gestellt werden.

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