Handwerker-Auktionen im Netz – Worauf zu achten ist

Gerade wenn neue Arbeiten in Haus und Wohnung anstehen und Reparaturen notwendig werden, bieten mittlerweile dafür mehrere Handwerker- und Jobportale im Internet Hilfe an. Hier werden Dienstleistungen von Handwerkern versteigert oder sie werden zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vermittelt.

STIFTUNG WARENTEST online hat sechs verschiedene Portale vorgestellt und gibt Informationen, wie man Ärger vermeidet.


Vom Höchstgebot bis zum billigsten Anbieter

Die Portale heißen quotatis, my-hammer, blauarbeit, jobdoo, undertool und profis.de. Sie alle sind Auktionsportale für Handwerker und Dienstleistungen. Wie auch bei Ebay findet eine Auktion um einen Auftrag statt. Allerdings ist bei dieser Auktion das Ziel, das günstigste Angebot abzugeben. Um die auszuführenden Arbeiten ausschreiben zu können, muss der zukünftige Auftraggeber diese erläutern und angeben, was er dafür ausgeben möchte. Die Handwerker wiederum versuchen nun, diesen Preis zu unterbieten. Ist die Auktion beendet, kann der Auftraggeber sich einen Handwerker aussuchen. Bei profis.de oder bei blauarbeit.de entscheidet der Kunde, welchen Handwerker er beauftragt. Er hat allerdings auch die Wahl, den Auftrag nicht zu vergeben.


Nach Auktion ist Auftrag bindend

Bei jobdoo ist der Auftrag allerdings bindend. Nach der Auktion muss der Kunde innerhalb von 14 Tagen einen Handwerker auswählen. Tut er das nicht, geht der Auftrag automatisch an den günstigsten Handwerker. Bei My-hammer.de ist die Verfahrensweise ähnlich. Allerdings kann der Kunde innerhalb von 14 Tagen den Auftrag anderweitig vergeben oder gar widerrufen. Verstreicht diese Frist, wird der Zuschlag wirksam. Undertool.de räumt den Auftraggebern hierfür nur eine Frist von drei Tagen ein, ansonsten geht der Auftrag auch wieder automatisch an den niedrigsten Anbieter. Bestehen Unsicherheiten, können sich Auftraggeber unverbindliche Kostenvoranschläge einholen. Bei jobdoo muss der Kunde dem Portal eine Provision zahlen.


Quotatis vermittelt Auftraggeber und Auftraggeber

Quotatis versteigert nicht, sondern vermittelt ausschließlich. Der Auftraggeber beschreibt die auszuführenden Arbeiten und Quotatis leitet die Anfrage an registrierte Handwerker weiter. Vorteil ist, dass der Kunde aus bis zu fünf unverbindlichen und für ihn kostenfreien Angeboten wählen kann. Eine Auftragserteilung ist nicht zwingend. Das Portal finanziert sich von den Provisionen seiner Mitglieder, die alle gewerbliche Handwerker sind und einen entsprechenden Gewerbeschein haben. Unabhängig davon, ob ein Auftrag zustande kommt, zahlt der Handwerker für jedes ihm gesendete Arbeitsangebot eine Pauschale zwischen 9,- EUR und 49,- EUR.

Handwerkskammern sehen Auktionen skeptisch

Die stetig wachsende Zahl an Handwerker-Auktionen werden von den Handwerkskammern skeptisch betrachtet, denn oftmals kann von einem Laien nicht der Umfang und der Arbeitsaufwand realistisch eingeschätzt werden. Alexander Konrad, Pressesprecher der Handwerkskammer Düsseldorf sagte dazu, dass keine seriöse Firma eine realistische Preiskalkulation abgeben kann, ohne die Anforderung vor Ort begutachtet zu haben. Die Situation vor Ort sei oft eine völlig andere, als wie sie der Auftraggeber im Netz beschreibt. Unausweichlich sind dann Streitigkeiten zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber, die immer häufiger Sachverständige schlichten müssten.

Zuverlässigkeit wichtiger als Preis

Die Portalbetreiber argumentieren dagegen, dass es auch bei konventionell geschlossenen Verträgen zu Unstimmigkeiten kommt. Auch bei den Internet-Portalen zähle nicht nur der Preis. Alexandra Nowak von my-hammer.de erklärte dazu: „Insgesamt 30 Prozent aller Aufträge werden nicht an den günstigsten Bieter vergeben.“ Vor Auftragsvergabe schauen viele Auftraggeber auf die Bewertungen der Handwerker und lassen sich Gesellenbrief oder Meisterbrief zeigen, was bei den meisten Portalen bereits möglich ist. Genauso möchten auch Handwerker und Betriebe auf diese Portale nicht mehr verzichten. Quelle: test.de

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