Rente – Wer früher stirbt, hat draufgezahlt

Anbieter von privaten Rentenpolicen versprechen jenen Kunden einen sorgenfreien Ruhestand mit regelmäßigen Rentenzahlungen und attraktiven Renditen,…

die entweder über einen langen Zeitraum oder aber einmalig einen großen Betrag in diese Versicherung eingezahlt haben. Stirbt jedoch der Kunde sehr zeitig, erweist sich diese Versicherung als nicht rentabel und für den Kunden war es ein Verlustgeschäft.

Die Höhe der monatlichen Rente misst sich an den getätigten Einzahlungen und danach, nach welchen Kriterien das Versicherungsunternehmen die Lebenserwartung einschätzt, was bedeutet, dass die dann ausgezahlte monatliche Rente mit der kalkulierten Rentenhöhe geringer wird.

Die von den Versicherungsunternehmen angesetzten Maßstäbe hinsichtlich der erwarteten Lebensdauer werden von Verbraucherschützern kritisch bewertet. Nach der von den Versicherern herangezogenen “Sterbetafel DAV 2004 R” würde ein Mann ca. 89 Jahre alt werden. Würde also ein 65 Jahre alter Mann 100.000,- EUR Ende Juli einzahlen für eine Rente, deren Auszahlung dann sofort beginnt, bekäme er monatlich 436,- EUR mit einer Dynamisierung (Allianz) pro Jahr um 2,76 Prozent. Dieser Rentner bekäme dann also bei der vorausgesetzten Lebenserwartung 4,7 Prozent Zinsen auf die eingezahlten 100.000,- EUR, bei der Züricher Versicherung 3,7 Prozent.

Anhand der wissenschaftlich belegten Untersuchung zur Lebenserwartung machten allerdings die Verbraucherschützer andere Angaben. Demnach lag 2003 die Lebenserwartung bei durchschnittlich 81 Jahren. Beamte kamen auf 83 Jahre. Darüber hinaus ist die Lebenserwartung mit dem vorher erzielten Einkommen und auch des früher ausgeübten Berufes abhängig. So kamen Beamte im höheren Dienst auf 84,6 Jahre.

Wenn man dann diese Zahlen mit denen der Versicherungen vergleicht, erweisen sich die Angebote als längst nicht mehr so interessant. So käme nämlich ein Beamten bei der Allianz nur noch auf 2,9 Prozent Rendite im Jahr, bei der Züricher Versicherung auf 1,9 Prozent. Durchschnittlich ergibt das eine Gesamtverzinsung von nur 0,2 Prozent. Bei der Züricher errechnet sich ein Verlust von 0,74 Prozent im Jahr.

Rentner, die in früheren Jahren geringe Einkommen hatten, droht ein jährlicher Verlust von 1 Prozent und bei der Züricher sogar ca. 2 Prozent.

Die Verbraucherschützer kamen insgesamt zu dem Ergebnis, dass jeder, der so eine Versicherung abschließt, als sehr optimistisch eingeschätzt werden muss oder aber diese Kunden wissen, dass sie ihrer Versicherung mit diesem Vertrag ein Geschenk machen.

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