Gesundheitsfonds – „Nun droht Kannibalismus pur“

In fast allen Bereichen ist mittlerweile die Finanzkrise spürbar, so auch im Gesundheitssystem. Von Zahnärzteverbänden wurde mittlerweile die Befürchtung laut, dass mit Einführung des Gesundheitsfonds ein Kampf um Gelder entstehen könnte. Da die Arbeitslosenquote wieder ansteigt, könnten die zur Verfügung stehenden Mittel des Gesundheitsfonds schneller reduziert werden, als man denkt . Jürgen Weitkampf von der Bundeszahnärztekammer resümierte dazu am Freitag während des Deutschen Zahnärztetages: „Ist der Fonds einmal eingerichtet, gilt Kannibalismus pur. Wer immer etwas haben will, muss es einem anderen wegnehmen.“ Nach seiner Einschätzung werden aber die Krankenkassen „sich hüten“, von ihren Versicherten zusätzliche Beiträge zu fordern.

Jürgen Fedderwitz , Vorsitzender Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, schätzt ein, dass man aus politischer Taktik schon im Vorfeld den Fonds „unterfinanziert“ hätte. Zu den in 2009 bevorstehenden Wahlen zum Bundestag wollte man die Wähler nicht mit einem höheren Beitragssatz als 15,5 Prozent verprellen. Deshalb wird es im nächsten Jahr auch nicht zu einer Erhöhung kommen. Fedderwitz glaubt, dass “ dieser Fonds schon schneller geleert sein wird, als uns lieb ist“.

Im Bundesdurchschnitt liegt der Krankenkassenbeitrag bei 14,92 Prozent. Von Seiten der Ärzteschaft, aber auch von den Krankenkassen war mehrfach kritisiert worden, dass ein ein einheitlicher Krankensatzsatz von 15,5 Prozent für eine Kostendeckung nicht ausreicht.

Kritik äußert sich aber auch zunehmend unter der Bevölkerung. So haben bereits in Baden-Württemberg rund 173.000 Bürger per Unterschrift gegen den Fonds protestiert.

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