Zinsentwicklung schlecht für Sparer und Schuldner

Bedingt durch die Senkung der Leitzinsen müssen sich Verbraucher einerseits darauf einstellen, auf ihr Sparguthaben nicht mehr so viele Zinsen zu bekommen und andererseits, dass Dispositionskredite erheblich teurer werden.

Schon immer waren die Zinsen für einen Dispositionskredit viel höher als Zinsen für ein Sparguthaben. Grundsätzlich werden diese Zinsen entsprechend der aktuellen Marktlage, explizit des europäischen Zinsmarktes, angepasst. Ein Gutes hat die Senkung des Leitzinssenkung allerdings: die Kredite dürften deutlich günstiger werden.

Die FMH-Finanzberatung hat mehrere Banken mit ihren derzeitigen Angeboten geprüft und dabei festgestellt, dass diese Geldinstitute für Tages- und Festgeld die Zinsen gesenkt, dafür aber die Konditionen für einen Dispositionskredit für den Kunden deutlich verschlechtert hat.

Max Herbst von der FMH dazu: „Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, jetzt die Dispozinsen anzuheben.“ Am 8. Oktober hatte die Europäische Zentralbank ihren Leitzinssatz auf 3,75 Prozent abgesenkt.

Für einen Dispositionskredit hingegen zahlt der Verbraucher im Durchschnitt etwa 12,55 Prozent, was eigentlich auf Grund der aktuellen Lage nicht erforderlich wäre. Einige Banken, wie z. B. die Berliner Volksbank oder die Berliner Sparkasse, haben ihren Zinssatz um 1 Prozent angehoben. Um 0,5 Prozent erhöhte die Frankfurter Sparkasse. Weitere Erhöhungen gab es bei folgenden Banken: Cronbank, Commerzbank, Sparda-Bank West sowie Sparda-Bank München.

Auf Focus.de können die derzeit geltenden Zinsen für Dispositionskredite eingesehen werden.

Auffallend war dabei die Frankfurter Sparkasse, die neben der Senkung ihrer Zinsen für Festgeld gleichzeitig die Zinsen für einen Dispositionskredit anhob. Die Bank begründete dies damit, dass sich für sie die Refinanzierungskosten erhöht hätten und dies entsprechend an die Kunden weitergereicht würde.

Von der Deutschen Bank hingegen kam ein positives Signal, denn hier wurde der Dispokredit 0,5 Prozent günstiger. Die Sprecherin der Deutschen Bank sagte: „Das geschah als Anpassung an die letzte EZB-Leitzinssenkung vom 8. Oktober“.

Letztendlich ist auch aus Sicht der Verbraucherschutzzentralen ein in Anspruch genommener Dispositionskredit für eine Bank ein extrem gutes Geschäft. Die Verbraucher nahmen in Deutschland im September diesen Jahres mit 48 Milliarden Euro Dispositionskredite in Anspruch. Gegenüber dem letzten Jahr ist das ein Aufwärtstrend von 6,9 Prozent.

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