Über das veränderte Erbrecht im neuen Jahrzehnt – es kann sich lohnen!

Ab 1. Januar 2010 ist das Erben günstiger geworden – 20.000 Euro bleiben wie bisher steuerfrei. Ist man jedoch erbberechtigte(r) Bruder, Schwester, Neffe oder Nichte des Verstorbenen, hat man ab Beginn dieses Jahres bei höheren Beträgen mehr davon als noch im letzten. 75.000 Euro ist nun der Höchstsatz, bis zu welchem nur eine Erbschaftssteuer von 15 Prozent fällig wird – dann, bis 300.000 Euro Erbmasse pro Person, sind es 20 Prozent. Überschreitet die Gesamtsumme 600.000 Euro, dann erst behält der Staat das bisher gewohnte Beinahe-Drittel, nämlich 30 Prozent (was noch 2009 schon ab 20.000 Euro der Fall war).

Gleichgeschlechtliche Partner, die zusammenleben, sind nun erbrechtlich den Ehepaaren gleichgestellt. 500.000 Euro an Erbe werden nicht versteuert, darüber gelten 30 Prozent. Alle Erben der direkten Familie (auch Enkel) zahlen keine Steuern für das ererbte Eigenheim oder die Wohnung, die sich im Besitz des Verstorbenen befand. Bedingung: Der Erbe möge bitte 10 Jahre noch darin wohnen und der Enkel darf kein Objekt mit einer Wohnfläche über 200 Quadratmetern auf diese Weise erhalten.

Nicht mehr zur sofortigen Vollstreckung gilt für den Erben einer Immobilie die anteilige Auszahlung von Miterben. Ab 2010 herrscht der Grundsatz der zumutbaren Stundung: Nicht sofort, sondern nur dann, wenn und wie er kann, braucht er seiner Auszahlungspflicht nachzukommen.

Ein Weiteres: Manche Väter/Mütter oder Großväter bzw. -mütter verschenken Vermögensanteile zu Lebzeiten an ihre(n) Lieblingserb(inn)en. Erfolgte der Todesfall nun bis 2009 weniger als 10 Jahre nach dieser Schenkung, hatten andere berechtigte Erben darauf noch einen Pflichtteilergänzungsanspruch. Ab 2010 nun geschieht dies völlig anders, nämlich gleitend. Jedes abgelaufene Jahr nach einer solchen Schenkung verringert sich der Pflichtteilsergänzungsanspruch weiterer Erben um jeweils 10 Prozent.

Auch erhält jener Abkömmling des Erblassers, der ihn noch vor dem Tode pflegte, 20 Prozent aus dem Erbe dafür. Der Rest steht dann zur gleichteiligen Auszahlung zur Verfügung.
http://www.sr-online.de/sr3/1343/1011243.html

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