Zusatzbeitrag Krankenkasse: Versicherte müssen bald mehr bezahlen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete am Donnerstag berufend auf Informationen von Krankenkassen, dass noch im ersten Quartel dieses Jahres viele Krankenversicherte mit der Erhebung von Zustzbeiträgen konfrontiert werden. Von ca. 12 Krankenkassen wird derzeit geplant, den Zusatzeitrag von acht Euro pro Monat zu erheben.

Drei Anträge hierzu wurden bereits beim Bundesversicherungsamt eingereicht. Dies wurde von einem Sprecher aus Bonn bestätgt. Wenn eine gesetzliche Krankenkasse mit dem ihr aus dem Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellten Mitteln nicht auskommt, darf sie einen Zusatzbeitrag erheben.

Die Deutsche BKK wird in Kürze Zusatzbeiträge erheben. Lydia Krüger, Sprecherin in der BKK, äußerte sich gegenüber dem „Tagespiegel“ so: „Wir wollen in den nächsten Wochen oder Monaten damit loslegen.“ Allein von dieser Krankenkasse wären dann etwa 750.000 Mitglieder betroffen. Ähnliche Pläne hat die DAK.

Laut FAZ wären von dieser Maßnahme etwa 20 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten betroffen, was etwa 20 Millionen Versicherten entspricht.

Das Defizit der Krankenkassen belaufe sich gemäß einem Schätzerkreis in diesem Jahr auf etwa 7,8 Millionen Euro. Daher werden wohl viele Krankenkassen von ihrem Recht Gebrauch machen, um diese finanziellen Lücken zu füllen. Dennoch haben einige Krankenkassen gute Rücklagen gebildet und werden deshalb hiervon keinen Gebrauch machen.

Zum einheitlichen Beitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 14,9 Prozent müssten die Versicherten den Zusatzbeitrag allein tragen. Gemessen am beitragspflichtigen Einkommen kann er in Höhe von einem Prozent – maximal 37,- EUR monatlich – erhoben werden. Bereits im vergangen Jahr hatte die Kölner Gemeinsame Betriebskrankenkasse Zusatzbeiträge eingeführt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält die Zusatzbeiträge für „vermeidbar“. Würden vom Bund die Krankenkassenbeiträge für die Leistungsempfänger des Arbeitslosengeldes II auf 250,- EUR erhöhen, was einer Verdoppelung entspricht, könnte darauf verzichtet werden.

Der Sozialverband VdK kritisierte die Erhebung von Zusatzbeiträgen, weil dadurch Arbeitnehmer und Renter einseitig belastet würden. Ulrike Mascher als Verbandspräsidentin sagte dazu: „Ausgerechnet diejenigen, die durch Lohneinbußen und Rentennullrunden ohnehin Kaufkraftverluste hinzunehmen haben, werden durch die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen überproportional belastet.“

Die Linkspartei ist entschlossen, die Thematik Zusatzbeiträge „in letzter Sekunde“ zu kippen. http://de.news.yahoo.com/2/20100121/tts-millionen-krankenversicherte-muessen-c1b2fc3.html

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