Die Menschlichkeit hat eine Festnetznummer

0900er-Nummern sind es für gewöhnlich, denen es meilenweit anzusehen ist, dass sie nur Mittel zum Betrug sind. Und sie sind es tatsächlich. Die Call-Center, mit den bezahlten weiblichen Stimmen, die ein vorgebliches privates Treffen mit einem interessierten Galan kurz vorher absagten, sind Geschichte. Die Gewinner, die nur dann gewinnen, wenn sie so eine Nummer anrufen, sind auch schon bekannt. Die Kfz-Hotline, die, über 0900 erreichbar ist, ungewöhnlichen Service bietet – kein Unterschied. Warum gibt die Bundesnetzagentur solche Nummern überhaupt noch heraus? Der vernünftige Mensch ruft da nicht an.

Wo er anruft, wäre jedoch eine 0180er-Nummer, die zuweilen tatsächlich als seriöse Beratungs- oder Geschäftsnummern gebraucht werden. Jedoch auch diese kann nicht durch Handy-Prepaid- oder andere Festnetz-Flatrates angerufen werden. Auch kein Problem, man sehe nach, ob ein freundlicher Mitmensch die dazugehörige Festnetznummer bereits unter http://www.0180.info eingetragen hat. Und wenn nicht, darf man selbst – die „Echte“ herausfinden und dort angeben. Denn jeder, der sich hat eine 0180er-Nummer hat schalten lassen, tat dies, um Geld zu verdienen. Weiter nichts.

Wenn aber Krankenhäuser auf genau diese Weise Geld von Angehörigen verdienen möchten, die das Anliegen haben, besorgt mit den verwandten Patienten zu sprechen, um ihnen Seelsorge, Trost, Hoffnung und Freude zu bereiten, so ist dies sozial und moralisch verwerflich; wie man so sagt, „unterste Kategorie“ (hiermit flossen Millionen von Euro 2009 in Krankenhauskassen – als ob das notwendig gewesen wäre). Die eine Lösung: siehe oben. Einfach nicht hereinfallen. Die andere: Man lasse kein gutes Haar an diesem Krankenhaus und melde es: dem Online-Verbraucherschutz e.V. oder auch der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. Das hilft im Übrigen wirklich. Mehrere Krankenhäuser taten bereits Buße und sind heimgekehrt in die Schar der ehrlichen Festnetznummerninhaber – weiter so.

Quelle: http://www.umweltruf.de/news/111/news0.php3?nummer=35820

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