Das Finanzamt verrechnet auch Fahrzeugschäden

Kein Ereignis kann den persönlichen Alltag in ähnlicher Weise so zum Stillstand bringen wie ein Verkehrsunfall.

Nicht nur, weil man mit aller Macht daran gehindert wird, an einem bestimmten Tag überhaupt noch den Arbeitsplatz zu erreichen, sondern weil sich auch die Frage stellt, ob man wirklich so ein Auto noch einmal bekommt, wie man es hatte, nachdem sich diese Kettenreaktion an der noch nicht ganz geräumten Kreuzung ereignete und man zum Unfallbeteiligten wurde – ohne Kratzer, dafür aber mit gravierendem Fahrzeugschaden. Wer zahlt? Die Haftpflicht des Gegners, aber ob wirklich zu 100 Prozent?

Jedenfalls das Finanzamt hilft. Zu 100 Prozent. Kosten, die im Rahmen eines Unfalls bei einer beruflich bedingten Autofahrt entstehen, können bei der Steuererklärung einen ganz bestimmten Namen bekommen: Es sind „abzugsfähige Werbungskosten“. Das Merkmal „beruflich bedingt“ ist tatsächlich so weit gefasst, wie es sich andeutet: Fahrt zum Arbeitsplatz, Fahrt vom Arbeitsplatz nach Hause, eine Dienstreise, eine weisungsbedingte Besorgung, eine Fahrt zur Fortbildung, ein Kundenbesuch, der Weg zum Großhändler.

Im Besonderen könnten die entsprechenden Rechnungen eine breite Palette an Aufwendungen betreffen: Selbstverständlich die Reparaturkosten (auch z. B. die Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung), das Gutachter- und/oder Rechtsanwaltshonorar, Gerichtskosten, Schadensregulierungen für private Gegenstände – kurzum jede Ausgabe, die in einer nachvollziehbaren und nachweisbaren Verbindung mit dem Schadensfall notwendig wurde.

Es gibt zuweilen auch Unfallschäden, die nicht repariert werden. Das kann ein Totalschaden sein oder ein Bagatellschaden, für den es nicht lohnt. Hier heißt der Begriff, um dies von der Steuer abzusetzen, anders: „Absetzung für außergewöhnliche technische Abnutzung“ (AfaA). Das ist nur eine andere Formulierung für die Antwort auf folgende Frage: Um welchen Betrag hat sich der Wert eines Fahrzeugs wegen des Unfalls vermindert?
http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/steuern/news/2135/Schnee+und+Eis:+Unfallkosten+k%C3%B6nnen+steuerlich+absetzbar+sein;jsessionid=986639717B654B2674E92EED43F17DE4

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